» Tierärzte gesucht
Spendenkonto
Kontoinhaber: Förderverein
Arche Noah Kreta e.V.
Institut: Commerzbank Lübeck
BLZ: 230 400 22
Kto.: 020923900
IBAN: DE02230400220020923900
BIC: COBADEFFXXX
Stichwort: Tierärztepool
Tierärzte gesucht
Liebe Kollegen,
Ihnen zerreißt es das Herz, wenn Sie das Elend der Straßentiere in Süd- und Osteuropa sehen?
Sie wollen und können nicht mehr zur Seite schauen, wollen ihre bereits vorhandenen, tiermedizinischen Fähigkeiten denen zur Verfügung stellen, die sonst niemanden haben?
Sie wollen mit Ihrem Können durch die Kastrationen von Hunden und Katzen für die grundlegende Lösung der Problematik sorgen?
Dann sind Sie beim Tierärztepool des Fördervereins Arche Noah Kreta e. V. genau richtig.
Um Ihnen einen Einblick in den nicht ganz einfachen Arbeitsalltag eines Kastrationsprojektes geben zu können, finden Sie auf dieser Homepage eine
aussagekräftige Sammlung von Berichten über unsere Arbeit in unterschiedlichen Ländern. Damit Sie aber auch sehen können, welche Wünsche wir neuen Kollegen gegenüber äußern, haben wir im Folgenden einige Informationen für Sie zusammengestellt:
Der Tierärztepool arbeitet sehr häufig mit ortsansässigen Tierschutzvereinen in anderen Ländern zusammen. Diese Vereine fangen während einer Kastrationsaktion sehr viele Hunde und Katzen ein. Unsere Aufgabe konzentriert sich dann auf die medizinische Untersuchung/Behandlung bzw. auf die Kastration. Hierbei wird von uns eine maximal mögliche Kastrationsfrequenz abverlangt, häufig noch in Kombination mit vielen weiteren spontan notwendigen Operationen (z. B. Augen- oder Tumorentfernungen, Amputationen, Wundbehandlungen, Zahnsanierungen, sämtliche Arten von Hernien, usw.). Jedes einzelne Tier liegt uns am Herzen und wird von uns gründlich untersucht, denn oftmals sehen diese Tiere nur einmal in ihrem Leben einen Tierarzt. Neben der Kastration und Tätowierung werden die Tiere gegen Endo- und Ektoparasiten behandelt.
Im Laufe der Jahre entwickelten sich in den oft provisorischen Operationsräumen exakt abgestimmte und fließende Arbeitsabläufe, sodass am Ende einer Operation bereits das nächste Tier für die Operation vollständig vorbereitet ist. Die Koordination von Vorbereitung-Operation-Nachbereitung geht Hand in Hand. Unsere Tierärzte werden monatelang trainiert und nur auf diese Weise sind die, an den Tierärztepool gestellten Erwartungen, umsetzbar und erfüllbar. Um den meist hohen Straßentierpopulationen effektiv entgegen treten zu können, arbeiten wir bei den Einsätzen von morgens bis spät abends, nicht selten auch bis in die Nacht.
Untergebracht sind wir meist in einfachen Unterkünften in der Nähe unserer Operationsstandorte. Sie sehen wahrscheinlich schon, dass ein „gewisses“ Maß an Flexibilität und Ausdauer gefragt ist.
Da sich erfahrungsgemäß Tierärzte bei uns bewerben, deren chirurgische Erfahrung nicht ausreicht, um sicher eine Kastration unter provisorischen Bedingungen durchzuführen, ist die Ausbildung aufwendig. Von daher liegt es uns am Herzen, interessierte Tierärzte für eine längere Zeit an unser Team zu binden. Die Gründe im Einzelnen:
- Die praktizierte Kastrationstechnik einer Hündin mit sehr kleinem Bauchschnitt benötigt viel Übung, denn das Auffinden der Ovarien erfolgt nur durch Ertasten oder unter Einsatz eines Kastrationshakens. Auch die Variationsbreite der vorgestellten Tiere ist sehr vielfältig. Viele der Hündinnen haben brüchige Gebärmütter, sind läufig, haben Gebärmuttervereiterungen, sind alt oder jung, haben kurze oder lange Aufhängungen der Eierstöcke. Eine routinierte und sichere Hand bei der Kastration einer Hündin erfordert Zeit und Geduld, sodass diese Handgriffe über einen längeren Zeitraum erlernt werden müssen.
- Die Ausbildung mit geringer chirurgischer Vorkenntnis dauert ca. ein Jahr (mit 6-8 Einsätzen von ca. 2-wöchiger Dauer). Sie werden in dieser Zeit bei manchem Einsatz mit einer psychischen Belastung konfrontiert, der Sie in Ihrem Praxisalltag kaum in dieser Frequenz ausgesetzt sind. Heraushängendes Gedärm, zertrümmerte Knochen, die eitrig aus der Haut ragen, zerfetzte Augen, verbrannte Haut, bis auf die Knochen abgemagerte Tiere, häufen sich mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit und nagen an Ihrem Gemüt. Zusätzlich hierzu kommt das Bewusstsein, dass das Tier, welches Sie gerade operieren, auf Ihr Können angewiesen ist und sein Leben komplett in Ihren Händen liegt. Sie wären nicht die/der erste Kollegin/Kollege, die/der zusammenbricht und meint, dass alles nicht ertragen zu können. Wenn Sie dann aber nach dem Einsatz wieder zur Ruhe gekommen sind, wird sich die Erinnerung zu einem unglaublich gestärkten Willen umformen und Sie erkennen klarer denn je den Sinn unserer Arbeit. Aber eben diese psychische Extremanspannung bringt die Nerven schneller an die Zerreißgrenze, als es uns allen lieb ist. Von daher muss die „Chemie“ im Team stimmen, ein Punkt, der fast wichtiger ist, als die chirurgische Vorkenntnis.
- Die Nachfrage nach Kastrationseinsätzen nimmt immens zu und wir freuen uns über jeden Interessenten, der uns langfristig bei unseren Einsätzen unterstützen möchte. Da wir sehr häufig Tierärzte vor Ort in die Operationstechniken einlernen, ist die Kapazität für zusätzliche, einmalig interessierte Tierärzte leider oft begrenzt bzw. nicht möglich. Wir hoffen, Sie haben dafür Verständnis.
Ein Ehrenamt ist aller Ehren wert, aber die Arbeit des Tierärztepools ist so umfassend, dass sie ehrenamtlich nicht zu bewältigen ist. Die Kollegen, die uns in der Vergangenheit begleiten durften, werden bestätigen, dass sie erst nach langer Zeit (wenn überhaupt) eine wirkliche Hilfe waren. Somit bieten wir langfristig interessierten Kollegen den ersten „Kennenlerneinsatz“ an – allerdings auf eigene Kosten. Im Falle einer positiven Entwicklung werden die Kosten der weiteren Einsätze dann aber bis zum Ende der „Ausbildung“ von uns übernommen. Nach der Ausbildung würden wir uns über eine Festanstellung sehr freuen.
Gerne können Sie bei Interesse per E-Mail (Melaniestehle(at)gmx.de) mit uns Kontakt aufnehmen.
Dr. Melanie Stehle



