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9.9.2010 : 15:54  - Schriftgröße:

Kastrationsaktion auf Malta , 11.03.-16.03.2007

Fotobericht von Thomas Busch

Der Malta-Einsatz kam ein bisschen überraschend und die Vorbereitungszeit reichte so gerade, um das, bei der letzten Aktion verbrauchte, medizinische Equipment wieder aufzufüllen. Aber der Präsident des Europäischen Tier- und Naturschutzes e.V., Herr Wiescher persönlich bat um einen baldigen Einsatz, denn bei seiner Reise dorthin, wenige Wochen zuvor, hatte er Hilfe versprochen und wollte diese auch gerne schnell in die Tat umgesetzt sehen.

So hießen die uns gestellten Aufgaben:

  • Kastration von 40 Hunden
  • Chippen und registrieren von ca. 100 Tieren
  • Blutentnahme für die Untersuchung auf Reisekrankheiten von ca.100 Hunden
  • Grobe Auswahl von ca. 50 Tieren, die in naher Zukunft nach Deutschland verbracht werden sollen
  • Überprüfung der baulichen Grundlagen des Tierheimes und Ausarbeitung der von Herrn Wiescher begonnenen Verbesserungsvorschläge
  • Managementbewertung mit evt. Optimierung

Neben der medizinischen Hilfe, die meistens in Form von Kastrationen und der einen oder anderen Not-OP besteht, bietet der Tierärztepool den Tierheimbetreibern darüber hinaus ein Angebot an, welches viele Dinge verbessern kann.

Dieses Angebot beinhaltet:

  • Richtige Impfschemen
  • Rudelzusammensetzung / Zwingergestaltung
  • Richtige Behandlungsmethoden bei „kleineren“ medizinischen Problemen
  • Öffentlichkeitsarbeit - Seriöses Verschicken der Tiere nach Deutschland
  • Desinfektion
  • Quarantäne
  • Umgang mit Welpen
  • Abwasser / Kotentsorgung

So betraten meine Kollegin Ines Leeuw und ich nach einem ruhigen Flug die Hauptstadt Valletta. Vor fast 20 Jahren war ich schon einmal hier, um einem Tierarzt bewundernd bei der Arbeit zu zuschauen. Heute bin ich selber einer. 20 Jahre - eine lange Zeit.

Für Sentimentalitäten bleibt aber kaum eine Minute, denn ein Taxi wartet auf uns. Das Gepäck passt so gerade hinein und zügig geht es über kleine Straßen vorbei an noch kleineren Steinmauern, die hier überall herumstehen. Was sie genau beschützen oder eingrenzen, wissen sie schon lange nicht mehr. Aber es gibt sie noch – denn was wäre Malta ohne die Steinmauern.


Meine Kollegin Ines Leeuw auf einer Steinmauer

Der Frühling hat immer seinen Reiz und ist zweifelsohne meine Lieblingsjahreszeit, denn der lästige, oft lange Winter verliert mit den Sommerboten seine Kraft. In südlichen Ländern stärkt er Mensch und Tier bevor die lange Dürre einsetzt und verzaubert die karge Landschaft in wahre Blumenmeere auf grünem Teppich.

Das Tierheim ist eingebettet in die typische Landschaft mit den sandfarbenen Häusern, den weichen Hügeln und eben den kleinen Steinmauern. Wir sind eine gute halbe Stunde gefahren und befinden uns bei der Ankunft im Nordwesten der Insel.


Der obere linke Pfeil zeigt die Lage des Tierheimes an.

Vom einem Hügel unweit des Tierheimes hat man einen herrlichen Blick auf die kleine nördliche Insel Gozo.

An unserem Ankunftstag heißt uns Fabio Ciappara willkommen. Auch Mark Vella Bardon lernen wir kennen. Mit ihm klärten wir im Vorfeld alle Details per email.


Fabia


Mark

Weitere Arbeiter, bezahlte und auch ehrenamtliche Helfer begeistern uns.


Joan


Eddie


Kurt


Temara

So betreten wir das Tierheim Noah`s Ark Animal Sanctuary

Leider befinden sich Tierheime in Südeuropa immer in der Nähe von Müllplätzen. Warum das so ist, darf sich jetzt jeder Leser selber überlegen.

Noah`s Ark ist davon verschont geblieben, selbst wenn das Tierheim von einer Werkstatt und einem länglichen Gebäude eingekeilt ist. Der Geruch aus diesem Gebäude ist mir vertraut zuwider. Aber rein möchte ich dort auf jeden Fall. Hoffentlich kann ich dort drinnen fotografieren.

Ich weiß nicht, in wessen Verantwortungsbereich der Vorplatz liegt, aber ein Zusammenschieben mit einem Bagger könnte dem Unrat und damit dem Anblick des Tierheimes nicht schaden. Um die wenigen Problemzonen gleich am Anfang aufzuzeigen, missfällt uns, dass der Kot der Tiere unmittelbar in der Nähe des Tierheimes entsorgt wird. Da das aber auch die Landwirte der Umgebung so machen, ist eine Veränderung sehr schwer durchzusetzen. Solche Plätze sind natürlich Schlaraffenlandschaften für Ungeziefer.

Aber bevor wir meckern gehen wir doch erst einmal hinein ins Boot der Arche. Die beiden Umrandungen vor dem großen Tor sind uns aufgefallen und Fabio erzählt uns von seinem Traum eines Gartens. Tatsächlich sammelt er hierfür im Inneren des Tierheimes auch schon allerlei Pflanzen. Hut ab für diese süße Idee, denn das Auge isst ja bekanntlich mit.

Nun sind wir also drin und werden von den Vierbeinern begrüßt. „Wie viele sind es denn?“ fragen wir und die prompte Antwort „102“ lässt uns aufschauen.

So spontan und exakt hat mir diese Frage noch nie eine Tierheimleitung beantwortet. „Wahrscheinlich geraten um anzugeben“ denken wir. Das Tierheim überzeugt.

Die Zwinger sind nicht riesig, aber betoniert, von einem anständigen Zaun umgeben, jeweils mit zwei oder mehr Tieren belegt, die zum Schutz vor Sonne und Regen je nach Anzahl entsprechend viele Hundehütten haben. „Immer wenn wir Geld haben, tausche ich die Holzhütten gegen Plastikhütten“, erklärt Fabio uns und wir staunen ein zweites Mal. Zur Erklärung: Holz lässt sich nicht desinfizieren und wird auch gerne angenagt. Überall hängen schwarze Planen, die zwar nicht hübsch sind, aber als Wetterschutz ihren Zweck erfüllen. Hier wäre eine Überdachung mit einem kleinen Vorgang zu den Zwingern keine schlechte Investition.

Auf der gegenüberliegenden Seite (die beiden Tierheimseiten laufen am Ende spitz zu und bilden dadurch einen, mit kleinen Kieseln aufgefüllten Hof) befinden sich ebenfalls Zwinger, die aber einen Zugang zu einem länglichen Gebäude haben. Somit sind diese Tiere den Naturgewalten nicht ausgeliefert. Dieses längliche Gebäude ist in zwei Teile unterteilt, die wir a) saniert und b) nicht saniert nennen wollen.

Aus beiden schlägt uns ein infernalischer Lärm entgegen. „Guten Tag“ auf hundemaltesisch. „Wo wollt ihr operieren? Hier oder hier?“ Der Krach ist in beiden Gebäuden gleich, in dem nicht sanierten Teil ist allerdings ein bisschen mehr Platz. So entscheiden wir uns mit Handzeichen für „hier“ und fangen an, uns häuslich einzurichten. An alles haben wir gedacht, aber die Steckdosen überraschen dennoch. Dreierstecker. Verdammt, damit können wir nicht so viel anfangen. Aber Fabio wäre nicht Fabio, wenn ihm nicht für alles eine Idee einfällt und im Nu hat er uns von irgendwoher einen Adapter besorgt. Um unsere Füße wuseln immer zwei Hunde, die eigentlich vier sind. „Ich bin zwei Hunde“ würde gut zu Simon passen. Und auch Linda ist ein Kampfhund. Sie kämpfen beide mit ihrem Übergewicht…

 

d
„Ich bin zwei Simons“


Linda

Ines Stoßgebete werden, zumindest bei Linda nicht erhört. Sie muss noch kastriert werden. Simon ist Gott sei Dank schon unfruchtbar, denn die Operation eines dicken Tieres ist weit komplizierter, als die eines normalgewichtigen. Dies gilt übrigens auch für Zweibeiner – nur davon legen wir selten welche in Narkose ;-).

So arbeiten wir zügig hintereinander weg, was uns gebracht wird und erledigen bei den narkotisierten Tieren auch gleich den Rest unserer gestellten Aufgaben. Chippen und Blutabnahme bekommen zumindest diese Kandidaten nicht mit. Bei denen, die bereits kastriert sind, wird das wohl ein bisschen komplizierter. Alle Tiere, die von uns operiert werden, fotografiere ich mindestens zwei Mal und beschrifte die Bilder. Das Ergebnis sieht dann beispielsweise so aus:


6. Dido: 945000000827089, Rüde, kastr. Epileptiker


Oder so:


8. Gipsy 945000000828941 Rüde, kastr.


Oder so:


10. Wellard: 945000000835063, Rüde kastr.


Oder so:


19. Henry: 945000000828475 Rüde, kastr. ängstlich


Oder so:


22. Cappy 945000000827941 Rüde, kastr. stürmisch
hier bereits mit Beruhigungsspritze im Hintern


Oder so:


29. Sammy 945000000826923, Rüde, kastr. lieb

iese Auflistung ist endlos und soll zwei Dinge bewirken. Erstens könnte es ja sein, dass der eine oder andere Leser dieser Seiten Interesse an einem der Hunde hat. So hat er eine kleine Vorstellung von dem, was ihm bei einer Adoption ins Haus flattert (nach gründlichen Vorgesprächen – versteht sich). Zweitens ist es bei einem anstehenden Transport leichter, Tierheime zu finden, die diese Hunde bei sich zur Weitervermittlung aufnehmen.

Eine Hündin hat an ihrer linken Seite eine Umfangsvermehrung, die da nicht hin gehört. Wir bauen sie nach der Kastration aus.


Am Ende ist alles fast wieder glatt

Am Morgen des zweiten Tages geht es meiner Kollegin leider nicht gut. Eine Grippe hat sie befallen. Sie hält trotzdem tapfer durch, auch wenn ihre Kopfschmerzen höllisch sind. So sind wir froh, als die Tierheimmannschaft gegen 17:00 Uhr verlauten lässt, dass sie ab jetzt keine Zeit mehr haben und ihrem normalen Beruf nachgehen müssen. Morgen früh geht’s weiter.

Auf dem Weg zum Hotel, das prima zu Fuß zu erreichen ist, passieren wir wieder das längliche Gebäude direkt neben dem Tierheim. Drei riesige Ventilatoren blasen die Ammoniak haltige Luft nach draußen. Wir entdecken nicht ein einziges Loch am Eingangstor, welches mit einer riesigen Kette verschlossen ist.

Hühner. Ganz klar. Ein Mastbetrieb, da geh ich jede Wette ein. In Deutschland kenne ich diese widerlichen Stätten nur zu gut, aber im Ausland habe ich so eine Anlage von innen noch nie gesehen.

Auf der Suche nach einem Guckloch entdecken wir ein Pferd und zwei Hunde. Das darf ja wohl nicht wahr sein. Keine 10 Meter neben dem Tierheim diese Zustände. Alle drei Tiere stehen in aufgeweichter Scheiße, denn es ist in diesem Pferch nicht eine einzige trockene Stelle vorhanden. „Fabio, kannst Du nicht mal mit dem Besitzer reden? Das geht ja gar nicht!“

Ich hoffe nicht, dass wir zu laut wurden, aber irgendwo sind Grenzen!

Nicht eine einzige Stelle, die nicht mit nasser Scheiße bedeckt ist.

Als wir am nächsten Tag zurückkommen, ist der offensichtliche Besitzer mit einer Schaufel bewaffnet. Eine mit Mist gefüllte Schubkarre steht vor dem Pferch, dessen Tor offen steht. Hunde weg, Pferd weg. Nanu? Dann sehen wir die drei. Die Hunde toben ausgelassen in der Sonne herum, während das Pferd ohne angeleint zu sein, im gelben Klee Grasbüschel sucht. Na das hätte dem Bauern aber auch ein bisschen eher einfallen können, aber offensichtlich kennen die drei ihren Freigang und genießen wie wir die Sonne, ohne weg zu laufen.

Der Bauer ist nett, jung und nutzt sogleich unsere Anwesenheit. Ob wir uns das Auge des Pferdes mal anschauen könnten und ob wir was gegen Würmer haben? Die Hündin ist kastriert und den Rüden will er uns gleich bringen. Na bitte, läuft doch.

Die Grippe hat Ines voll erwischt und auch ich spüre bereits die ersten Boten. So läuft halt alles ein bisschen langsamer, trotzdem will keine gute Laune aufkommen. Schade, denn die Menschen hier sind ausgesprochen nett.


Alles läuft heute langsamer

Jetzt sind wir schon seit drei Tagen hier, aber das komplette Tierheim habe ich immer noch nicht gesehen. Das soll sich ändern und Fabio führt mich stolz durch den „sanierten“ Teil. Zwinger schließen sich unmittelbar aneinander. Viele sind es und groß genug sind sie auch.


Die Tiere der rechten Seite haben sogar Ausgang nach draußen.

Die der linken Seite leider nicht, aber mit wenigen handwerklichen Klimmzügen sollte es gelingen, ein paar Durchbrüche durch die Wand ins Freie zu stemmen. Dann hätten die Tiere dort zwar nur maximal eine Breite von 2 Metern, aber das reicht doch.

Dies wäre der Gang, der mit Durchbrüchen mit dem Haus verbunden werden könnte. Aus dem linken Gebäude kommt der Amminiakdurft. Im Haus geht es aber noch weiter. Fabio zeigt mir die überall angebrachten Steckdosen, die neu sanierte Decke, die Wasserpumpe, die Waschmaschine, die Futterküche. Hier hat sich jemand Gedanken gemacht.

„Unser Wunsch wäre, dass die unsanierte Seite, da wo ihr arbeitet, irgendwann auch mal so aussieht. Bevor wir das Gelände übernahmen, war es eine Kaninchenfarm. Wir haben hier tausende von Käfigen abbauen müssen. Aber komm mit raus, ich möchte dir noch was zeigen.

„Diese ganze Fläche möchten wir betonieren. Die Hunde stehen bei schlechtem Wetter knietief im Matsch und im Sommer haben sie keinen Schutz vor der Sonne. Und wenn wir betonieren, werden wir gleich die Pfeiler für die Überdachung mit einsetzen. Und eine Drainage. Und und und…“ Fabio deutet mit seinen Fingern das Zeichen für Geld an und zuckt die Schultern. Im Haus, auf der unsanierten Seite steht Ines und ist offensichtlich an ihrer physischen Belastungsgrenze.

Aber wir nähern uns unserem Ziel in keinen Schritten. Nur noch wenige Kastrationen und dann die restlichen Blutabnahmen. Das dürften wir schaffen. Ob dann morgen noch 8 Hunde aus einem benachbarten Tierheim zur Kastration gebracht werden dürfen? Sie dürfen.

Kurz vor dem Verlassen des Tierheimes zieh ich noch einmal los, um ein Loch im Hühnerstall zu finden. Es gelingt. Die Zustände sind die gleichen wie in Deutschland. Wieso ich was anderes erwartet habe, weiß ich selber nicht. Denn schlechter geht ja nicht. Tierquälerischer kann ein Leben nicht sein! Nach 33 Tagen landen die geschundenen Körper im Büfett, an welchem die Touristen die kulinarischen Köstlichkeiten und damit die 5-Sterne des Hauses erkennen.

Wenn die wüssten und nur mal einen Kilometer laufen würden.Weg vom schönen Strand in die andere Richtung. Dahin wo es stinkt. Schreien können diese Tiere ja nicht, sie leiden stumm. Aber sie leiden! Guten Appetit. So das musste jetzt einfach aus mir raus. Jetzt geht’s mir besser.

Mein Fotoapparat lässt mich nicht im Stich, obwohl es hier fast stockdunkel ist. Am letzten Tag klärt sich leider das Geheimnis des kleinen Schnittes des ortsansässigen Tierarztes. Haben wir ihn bis eben noch für diese Technik bewundert, ist die Bewunderung verschwunden, als wir eine Hündin erneut öffnen, die bereits vor einem halben Jahr kastriert wurde. Nun blutet sie wieder aus der Scheide. Das dürfte sie eigentlich nicht. Eigentlich… Und was findet Ines?

Richtig. Die Gebärmutter. Aber das ist noch nicht alles, denn der gute Kollege, hat es auch nicht für nötig gehalten, den Eierstock komplett auszubauen. Somit werden Hormone produziert, das Tier wird läufig und den Eingriff hätte Mann sich besser gespart. Die Eierstöcke sind voll mit Zysten. Wir sind etwas schockiert über die Operationsmethode, beruhigen uns aber schnell wieder, da es bisher zu keinen ähnlichen Symptomen bei anderen Tieren gekommen ist. Vielleicht hatte der Kollege an diesem Tag keine Zeit. Diese Hündin ist eines der acht Tiere, die wir heute noch kastrieren sollen. Es kamen aber nur sieben. Zwei Hündinnen operieren wir noch, dann ist Schluss. Denn die anderen Hunde sind in einer dermaßen schlechten Verfassung, dass wir eine Narkose ablehnen. Die müssen erst einmal an den Tropf.

Die Kugel ist der Rest des rechten Eierstocks. Das was Ines zwischen ihren Fingern hält, ist die Gebärmutter.

Der linke Eierstock ist voll mit Zysten


Der Knabe hat wahrlich andere Sorgen.

Dieser Rüde ist super dürr und möchte erste einmal an den Tropf.

Während ich mein Unverständnis über das Liegenlassen von toten Ratten äußere, die zweifelsohne ebenfalls beste Krankheitsüberträger (z.B. Leishmaniose, Leptospiren) sind, ruft Ines mich zum OP-Tisch. Klingt nicht nach einem Ernstfall, das erkenne ich inzwischen an der Tonlage, aber irgendetwas stimmt nicht. „Schau mal, was ich gefunden und ausgebaut habe“, sagt sie und hält mir eine kleine Kugel vor die Nase. Ein Bleigeschoss.

Das habe ich gefunden… …das Ines Die Blutabnahme der letzten 40 Tiere erfordert noch einmal höchste Konzentration. Nicht, dass Blutabnehmen zu den komplizierten Dingen gehört, aber wir sind beide total krank. Die Nerven sind blank, der Kopf droht zu platzen. Gegen Abend sind wir fertig – im wahrsten Sinne des Wortes. So verabschieden wir uns von Menschen, mit denen wir uns gerne noch einmal treffen würden, um ihnen zu zeigen, wie wir ohne Fieber arbeiten.

Vielleicht kann dann ja auch gleich in dem Tierheim kastriert werden, von welchem wir die sieben Hunde zur Behandlung und zur Kastration bekamen. Die Zustände dort sollen mehr als schlecht sein. Charmanterweise versichern uns alle, dass sie sehr glücklich mit uns waren und das lassen wir jetzt einfach mal so im Raum stehen. Ines fliegt in der Nacht gleich weiter zum nächsten Einsatz.

Ich darf noch ein bisschen länger schlafen, was ab 3:00 Uhr aber nicht mehr so recht gelingen will. Also bearbeite ich die 102 Blutproben und pipetiere das Serum ab. 102? Da war doch was?

Tatsächlich 102 Hunde. Fabio hat nicht angegeben. Er kennt jedes einzelne Tier sogar beim Namen. Hut ab.

Gegen 7:00 Uhr warte ich auf den Tierheimwagen, der fünf Hunde auf der Ladefläche stehen hat. Einer der Hunde ist eine kleine Dackel-Dobermann-Mix-Dame, die im zarten Alter von vielleicht 5 Monaten mit dem Autoverkehr noch nicht so richtig viel anfangen konnte. Das war das Becken…

Eine andere, bildschöne Rodesien-Ridgeback-Mix Hündin, setzt ihr hinteres Bein schon seit langer Zeit nicht mehr auf…

Auf Malta gibt es für diese Tiere keine Chance, hinten auf der Ladefläche des heranrollenden Autos sind sie so gut wie operiert. Die anderen drei sind kerngesund und werden schnell ein neues Zuhause finden.

An Air Malta ein riesiges Dankeschön für den unkomplizierten und kostenlosen Transport von zwei schwer verletzten und drei gesunden Hunden und einem totkranken Tierarzt ...

 

Projektfinanzierung: ETN

Diese Aktion wurde finanziert durch:
ETN - Europäischer Tier- und Naturschutz e.V.
Hof Huppenhardt
53804 Much
Tel: 02245/61900
Fax: 02245/619011
e-mail: Öffnet ein Fenster zum Versenden einer E-Mailinfo(at)etn-bonn.de
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VR2454, Amtsgericht Siegburg

Spendenkonto:
Europäischer Tier- und Naturschutz e.V.
Dresdner Bank Bonn
Kto: 0214243001
BLZ: 37080040
Stichwort: Ärztepool

 

 
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