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16.11.2006

Pünktlich um neun Uhr fangen wir am Morgen zu arbeiten an. Wieder sind bereits viele Menschen mit ihren Hunden in unserem als Wartezimmer dienenden Vorhof versammelt, als wir eintreffen.


Unser stets gefülltes „Wartezimmer“

Dem kleinen Hund von gestern geht es erstaunlich gut, was mich natürlich ganz besonders freut. Nur der Besitzer, der am Vorabend sehr besorgt gewirkt hatte, wird sich in den nächsten Tagen nicht blicken lassen.

Sehr irritiert durch dieses Verhalten werden wir uns gegen Ende unseres Aufenthaltes überlegen, einen neuen Besitzer für den rekonvaleszenten Hund zu suchen. Wie sich aber kurz vor meiner Abreise herausstellen wird, musste er sich unerwartet in Spitalsbehandlung begeben und konnte sich deshalb nicht melden.

Heute führen wir wieder viele Operationen durch. Unter anderem muss dem Rüden mit dem offenen Bruch das Bein abgenommen werden. Den Knochen sägen wir – das hat schon Tradition, wie ich erfahre – in Ermangelung einer Knochensäge mit dem „Leatherman“ von Thomas durch.


Amputationsvorbereitung keine Chance


Thomas mit der Säge seines berühmten Taschenmessers


ab ...


Amputation ohne Komplikationen

Am späten Abend zeigt sich der Hund, als wäre nie etwas gewesen!
Nur Ines wirkt etwas müde.

Dra. Fatyma ist von unserer Arbeit und den Methoden sehr beeindruckt. Vor allem die schnelle und mit einem minimalen Bauchschnitt durchführbare Kastrationsmethode für Hündinnen, mit der man ohne Assistenz operieren kann, die Ines anwendet und die ich mir in diesen Tagen aneigne, hat es ihr besonders angetan.

Das Bestellsystem für die zu kastrierenden Hunde, das Gandi fest im Griff hat, funktioniert ausgezeichnet. Es sind immer genug, aber auch nicht zu viele Tiere zu unserer Verfügung. So operieren wir am laufenden Band und können uns am Abend über mehr als zwanzig erfolgreich durchgeführte Operationen freuen.

Aber nicht nur Straßenhunde werden uns gebracht, eine seit einigen Jahren auf Santiago (das ist die Insel, auf der wir uns befinden) lebende Deutsche hat nur darauf gewartet, dass wir endlich wieder operieren, um von uns die Katzen kastrieren zu lassen, die sie in Pflege hat. Sie lädt uns auch in ihr Haus und an ihren Strand in der Nähe von Praia ein, aber dafür haben wir leider keine Zeit. Wir wollen die kostbaren Arbeitstage, die wir als gesamtes Team zur Verfügung haben, so gut wie möglich nützen.

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