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13.11.2006

Am Vormittag werde ich zusammen mit den portugiesischen Tierärztinnen langsam mit den Vorbereitungsarbeiten fertig. Der OP ist eingerichtet, der Autoklav betriebsbereit und das OP-Besteck geputzt. Die Medikamente sind auf ihrem Platz, und ich freue mich, dass genug von allem da ist.

Wir haben uns bereits um ein paar Sorgenkinder zu kümmern, unter anderem um eine kleine, ca. fünf Monate alte Hündin und einen ausgewachsenen Rüden mit alten offenen Frakturen (Knochenbrüchen).

Es hat sich auch schon herumgesprochen, dass wir wieder da sind, und es besuchen uns viele Leute – vor allem Kinder – mit ihren Tieren zur Parasitenbehandlung und um uns zu begrüßen. Einige von ihnen kennen wir schon viele Jahre.

Überhaupt sind die Kinder, die uns mit ihren Tieren, an denen sie sehr hängen, aufsuchen, einer der vielen Faktoren, die am Gelingen und Bestehen des Projektes beteiligt sind. Daneben sind sie auch die ersten Nutznießer unserer Arbeit. Sie leiden weniger an Hautkrankheiten und Parasiten als die Kinder anderer Bezirke Praias.
Zusätzlich haben sie die Möglichkeit, mit uns und wir die Möglichkeit, mit ihnen in Kontakt zu kommen. Zwei Welten begegnen sich und gehen – so glaube ich – beide bereichert daraus hervor.


Ines behandelt ein Kind am Auge


Ein kleiner Junge hat sich am Arm verletzt

Gandi hat eine lange Liste an Operationen zusammengestellt, die wir in den nächsten Tagen durchführen sollen. Über 200 Tiere sind von ihren Besitzern bei uns zur Kastration angemeldet worden.

Ich nenne die Menschen, die mit den Hunden, die in ihrer Umgebung leben, zu uns kommen, der Einfachheit halber deren Besitzer. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie Besitzer in unserem Sinn des Wortes sind. Die Leute selbst würden das wahrscheinlich nicht alle so sehen. Oft besteht nur ein sehr lockerer Kontakt zwischen Mensch und Tier, und die Hunde leben die meiste Zeit sich selbst überlassen auf der Straße. Seit wir aber das Angebot machen, diesen Tieren zu helfen und sie zu behandeln, findet sich fast ausnahmslos für jeden Hund ein Mensch, der das Tier zu uns bringt. Richtige Straßenhunde, die ohne jeden menschlichen Bezug leben, gibt es nur sehr wenige. Um diese zu erreichen, müssen wir sie mit kleinen Futtergaben anlocken und einfangen. Diese Arbeit erledigen regelmäßig die kapverdischen „Bons Amigos“.

Für den Nachmittag bestelle ich die ersten fünf Rüden zur Kastration, um die Arbeit zu beginnen und die geplanten Abläufe im OP einer Prüfung zu unterziehen. Alle Tiere werden verlässlich gebracht und von mir kastriert – vier normale Rüden und ein Kryptorchide. Kleine Änderungen im Ablauf der Vorbereitungsarbeiten bespreche ich mit den beiden portugiesischen Tierärztinnen, die leider noch ganz wenig Erfahrung haben. Trotzdem sind wir gut gerüstet für morgen, den ersten Tag unserer intensiven Operationstätigkeit zusammen mit Ines Leeuw und Thomas Busch.

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