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11.11.2006, frühmorgens

Mit acht Stunden Verspätung komme ich um drei Uhr Früh in Praia an.


Obwohl Dona Francisca, die mich seit Jahren kennt, ein Zimmer im Hotel „Sol Atlantico“ („Atlantische Sonne“ – welch ein Name!) reserviert hat, ist keines frei. Erst als der erste Gast um fünf Uhr das Hotel verlässt – vermutlich um seinen Flug auf die Nachbarinsel Fogo zu erreichen – kann ich mich kurz hinlegen.

Seit mittlerweile fast sieben Jahren begleitet mich bereits das Projekt des Vereins „Bons Amigos“, der sich um die Straßenhunde in Ponta d’Agua, einem Bezirk von Praia, der Hauptstadt der kapverdischen Inseln, kümmert und mit seiner Hilfe für die Tiere einen nachhaltig positiven Einfluss auf die Gesundheit der Menschen ausübt.

Die Kapverden – 4000 km² groß – fünfzehn kleine Inseln mitten im Atlantik – waren 500 Jahre lang eine portugiesische Kolonie und sind seit nunmehr über 30 Jahren ein selbstständiger Staat, der die Mitgliedschaft in der EU anstrebt.

Lange Zeit bevor ich das erste Mal Cabo Verde besuchte, kannte ich eines ihrer besten Exportgüter, die kapverdische Musik: Lebhaft wie ein brasilianisches Fest, rhythmisch wie afrikanische Trommeln und emotional wie der portugiesische Fado erzählt sie von der Verlassenheit in der Welt und der Härte des Schicksals, der Freude im Trotzdem und von der Unmittelbarkeit des Lebens.

Ich freue mich, wieder hier zu sein.

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