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4.2.2012 : 23:46  - Schriftgröße:

Kapverden-Tagebuch Mai 2006

Solche „Kleinigkeiten“ passieren halt und ich denke, es handelt sich hier um eine Ausnahme. Die Lebensfreude der Kinder macht nämlich durchschnittlich keinerlei getrübten Eindruck. Erst recht nicht, wenn eines der unzähligen und an unserem gewaltigen Übergepäck Schuld tragenden Spielzeuges, den Besitzer wechselt.

So nimmt das Leben im OP-Haus seinen Lauf.
Mit seinen Menschen:

 

Seinen Hunden:

 

Als plötzlich das Telefon klingelt

Frau Wirtl war in die Stadt gefahren und ist auf dem Rückweg. Aber nicht mehr allein. Sie hat eine Hündin dabei, die mit dickem Bauch offensichtlich in der Geburtsphase steckt und vor Schmerzen geschrieen hat. Wir sollen alles für eine Not-OP fertig machen.

Gesagt getan.

Die Hündin ist völlig apathisch. Sie reagiert auf fast nichts mehr. Untertemperatur.

Vom Eintreffen bis zur Bauchöffnung sind nur wenige Minuten vergangen. Im Bauch zeigt sich aber eine Enttäuschung. Nichts Außergewöhnliches! Ines kastriert das hochträchtige Tier ohne die geringsten Anzeichen eines Geburtproblemes. Das Wachwerden und das Warmhalten sind dagegen schon komplizierter. Aber es gelingt und zwei Tage später ist auch das Tier wieder auf den Beinen. Allerdings war ihr Problem wohl eher ein Unfall, denn ihre Haltung lässt Rückschlüsse auf eine Wirbelsäulen oder Beckenstauchung zu. Im Laufe ihres Aufenthaltes bei uns wird sie aber von Tag zu Tag stabiler.

 
alles ist vorbereitet und läuft in Windeseile

ein Einmalhandschuh gefüllt mit heißem Wasser wärmt die Infusion, die langsam in den kalten Hundekörper tropft – Improvisieren ist alles!

Und bei dem Thema Improvisieren sind wir ja schon alte Hasen. Dass man einen Penis mit einer herkömmlichen Krallenzange amputieren kann, habe ich ja schon berichtet. Da machen uns die üblichen Stromausfälle auch keine Sorgen mehr.

Diffuses Tageslicht und eine Kopflampe reichen Ines. Jetzt heißt es aber noch mehr Vorsicht, denn eine Blutung in der Bauhöhle bei Dunkelheit ist nicht witzig. Aus Sicherheitsgründen haben wir ohne Strom immer nur die wartenden Rüden kastriert, da ihnen bei der Operation nicht der Bauch eröffnet wird.

Die Not-OP-Hündin zwei Tage später

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