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Tierschutzkalender 2012

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Kapverden-Tagebuch Teil 4:

Praia, den 24. August 2005

Dass der Zustand der meisten Tiere jämmerlich ist, brauche ich sicherlich nicht extra erwähnen. Zecken kleben, oft traubenweise, an fast jedem Hund. Ebenso verhält es sich mit Flöhen.

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Das Antiparasiten-Programm von Frau Wirtl ist dringend nötig. Leider hat die Gute nur sehr begrenzte finanzielle Möglichkeiten und kann daher noch lange nicht so, wie sie gerne wollte, bzw. wie es hier dringend nötig wäre.

Eine klapperdürre Hündin von gestern, bei der die Diskussion, ob man ihr eine Kastration aus Konstitutionsgründen zumuten kann oder nicht, durchaus zu rechtfertigen gewesen wäre, bekommt heute Besuch von ihren beiden Welpen. Damit sind wieder alle Lebensgeister in ihr geweckt und die Bauchschmerzen vergessen. Bei der Reis- mit Fischgabe, müssen wir sehr darauf achten, dass sie uns die Finger nicht mit abbeißt. Nun darf sie nach Hause, nicht ohne dass wir die Besitzer daran erinnern, ihr doch etwas mehr Futter zu geben.

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Dann fließt plötzlich Blut. Viel Blut. Zeitweise in einem OP-Raum nicht ungewöhnlich, nur diesmal handelt es sich um menschliches Blut, das aus dem Finger von Jose schießt. Ein Hund hat ihn gebissen. Eine tiefe Wunde klafft aus seinem Finger. Dies ist in dieser Gegend nicht ungefährlich und muss unverzüglich versorgt und genäht werden. Also ziehen wir das Lokalanästhetikum auf und suchen die kleinsten Nadeln aus unserem Besteckkasten. Jose muss sich hinlegen, ich halte seinen Arm und unter seinen verkrampften Körperverwindungen näht Ines seinen Finger. Tapfer hält er bis zum letzten Stich durch und steht ein paar Minuten später wieder bereit, den nächsten Hund in Narkose zu legen. Bravo, so soll es sein.

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man achte auf seinen veränderten Gesichtsausdruck!

Auch mich hatte gestern ein Hund gebissen, es ist aber nicht genäht worden und inzwischen auch geschlossen. Aber wir alle beschließen ab jetzt, ein bisschen vorsichtiger zu sein. Keine leichte Aufgabe, den teilweise sind die Tiere super scheu und beißen aus purer Angst.

Dann plötzlich passiert der Ernstfall – Stromausfall! Damit stehen wir im Dunkeln. Erinnerungen an Korfu werden wach, wo Ines mit dem Schein meines Laptopbildschirms eine Hündin zu Ende operieren musste. Vorgewarnt haben wir aber im Vorfeld bereits alle Vorkehrungen getroffen, die auch in diesem Fall ein Weiteroperieren möglich machen. So sind sofort alle Taschenlampen eingeschaltet. Und weiter geht’s. Lediglich das Sterilmachen des OP-Besteckes ist etwas aufwendiger, da unser Zwergensterilisator Strom braucht. Also wird ein Kochtopf über einen Gaskocher gestellt und auch dieses Problem existiert nicht mehr.

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Und eine Rasur mit der guten alten Rasierklinge ist zwar bei trockenen Hundehaaren etwas aufwendiger, aber auch möglich. Des besseren Lichtes wegen tragen wir einen OP-Tisch in den Vorraum, der von diffusem Tageslicht ein bisschen besser erhellt wir. Als wir alles fertig haben, kommt die gute Nachricht – der Strom ist wieder da!

22 Tiere kastrierten wir heute, machten unendlich viele Nachkontrollen und Behandlungen und kastrierten auch unsere erste Katze – natürlich war sie trächtig.

Als am Abend Jose einen Gummihandschuh über seinen Finger zieht und anschließend um ein Übergießen aus der Wassergießkanne bittet, wissen wir unser Hotelzimmer noch viel mehr zu genießen...

So schnell wie der Regen kam, so schnell ist er auch schon wieder verschwunden. Es war zwar heute den ganzen Tag bedeckt, aber die Erde erscheint schon wieder pulvertrocken.

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