» Berichte & Tagebücher
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- 26: Kapverden August 2005.
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- 26.2: Teil 2 - Regentanz.
- 26.3: Teil 3 - Wunder.
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- 26.5: Teil 5 - Essen.
- 26.6: Teil 6 - Totalausfall.
- 26.7: Teil 7 - Land.
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- 26.9: Teil 9 - Fernsehen.
- 26.10: Teil 10 - Maio.
- 26.11: Teil 11 - Krank.
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- 26.13: Teil 13 - Kinder.
- 26.14: Teil 14 - Gemeinde.
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- 27: Fado.
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Stichwort: Tierärztepool
Kapverden-Tagebuch Teil 12:
Praia, den 03. September 2005
Heute erscheint uns alles noch viel schmutziger als in der ersten Woche. Nach der schönen Insel Maio können wir den ewigen Gestank kaum mehr ertragen. Unten suchen die Hunde nach essbaren Überresten. Kinder spielen ebenfalls in diesem Müll. Bei uns macht sich der Kapverdenkoller breit.

Im OP-Raum ist es auch stickiger als sonst und die verseuchten, verpilzten oder räudigen Hunde erscheinen heute noch viel kläglicher. Wir stürzten uns in die Arbeit um die Rundumsicht zu ersticken. Es gelingt. Wir haben uns vorgenommen, bis Montag noch einmal richtig rein zu klotzen, um in den letzten Tagen a) die Insel auf der wir jetzt seit zwei Wochen arbeiten und von der wir noch nichts gesehen haben, zu erkunden und b) um kein Tier dem Risiko auszusetzen, nach unserer Abwesenheit Probleme mit der Kastration zu bekommen. So können wir die letzten Tage genießen, sind aber immer in Rufbereitschaft, falls doch mal eine Naht aufgeht, sich eine Wunde entzündet oder ein Notfall kommt.
Die Ausbildung der Portugiesen führte zwar zu einer Verbesserung ihrer chirurgischen Fähigkeiten, allerdings ist es bis zur Kastration einer Hündin noch ein weiter Weg. Leider hat sich das Verhältnis zwischen den drei Tierärzten und Frau Wirtl sehr verhärtet und eine Kommunikation ist fast nicht mehr möglich.

Die gute Nachricht ist aber die, dass es unserem zweiten Dreibein richtig gut geht. Die Temperatur ist normal, die Wunde sieht gut aus und gefressen hat er auch. Na bitte.

Heute ist im Wartezimmer auch wieder die Hölle los. Es ist Samstag und das Parasitenprogramm läuft auf Hochtouren.


Gleichfalls finden sich immer wieder verunfallte Tiere ein, deren Brüche wir lediglich schienen können. So liegt eine, von uns vor wenigen Tagen kastrierte, Hündin vor uns, deren Hinterbein baumelt. Oberschenkelbruch durch einen Autounfall! Wir spüren das malmige Geräusch. Sie bekommt einen Verband und Ruhe verordnet. Mehr können wir nicht tun. Selbstverständlich bekommt sie natürlich alle guten Dinge, die unsere Apotheke hergibt wie z.B. Schmerzmittel.

Einen jüngeren Kandidaten hat es ebenfalls bös erwischt. Er hat ein gebrochenes Becken und seine Nerven am Vorderbein sind ebenfalls zerstört. Auch er wird zur Ruhe gezwungen. Wir nennen ihn Benji.
Es ist total süß, wie manche Besitzer sich um ihr Tier kümmern. So bekommen die meisten mehrmals täglich Besuch und köstliche Leckereien. Es ist im Krankenhaus so üblich, dass auch hier die Patienten von ihrer Familie bekocht und verwöhnt werden, also hat Frau Wirtl das übernommen und in der Praxis funktioniert es ohne Tadel.

Benji, noch im vertrauten Kreis seiner Familie
Zwei weitere Welpen sind wegen starkem Durchfall eingestellt worden und Ana übernimmt die Pflege. Unser Klinikbetrieb läuft!
Gegen Mittag ziehen erneut Wolken auf und tatsächlich es beginnt zu regnen. Kein Vergleich zu dem Guss der letzten Tage, aber immerhin. Unser „Wartezimmer“ flüchtet. Wir beschäftigen uns mit einem erneuten Sticker-Sarkom und freuen uns mit den Kapverdianern, dass die Ernte fast gesichert ist.



