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Tierschutzkalender 2012

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Stichwort: Tierärztepool

05.02.2007

Als hätte jemand den Schalter umgelegt, ist die gute Laune von gestern wie weggeblasen. Es geht dem Ende entgegen und nach 9 anstrengenden Tagen ist ein bisschen die Luft raus. Zumal auch 11! Tiere im Tierheim abgegeben wurden, beziehungsweise im Laufe des Tages abgegeben werden. Das verbessert unsere Laune auf gar keinen Fall. Erst recht nicht, als wir die Tiere sehen.

Ein riesiger Bär ist seinem Besitzer zuviel geworden. Wir nehmen an, dass der Grund die Verletzung am Ohr ist. Der Riese ist zudem alt. Zumindest sieht er auf den ersten Blick so aus. Dr. Fernando meint: „schlechte Karten für ihn“. Seine Vermittlungschancen sind gleich null. Einschläfern? Da er uns aber inzwischen ein bisschen besser kennt, kommen seine Bemerkungen nur mimisch zu uns rüber.


Der gutmütige Bär mit seinem schlimmen rechten Öhrchen.

Am Abend ist das Ohr operiert. Ein gewaltiges Othämatom (Bluterguss im Ohr) ist entfernt. Marcia - ich erwähnte Marcia noch gar nicht (Asche auf mein Haupt) ist seit Tagen unsere fleißige Helferin. Sie hat mit der Tiermedizin überhaupt noch nie etwas zu tun gehabt und geht einem völlig anderen Beruf nach. Wir lernten sie im vergangen Jahr kennen und begeisterten sie für den Tierschutz. Falsch! Sie war und ist eine begeisterte Tierschützerin, hatte aber noch nie die Möglichkeit soviel auf einmal für ihre geliebten Vierbeiner zu tun.

„Wenn ihr wiederkommt, ruft an, ich helfe euch dann“ waren ihre Worte, der wir gerne Folge leisteten. Seitdem schuftet sie den ganzen Tag in der Klinik und ist eine wertvolle Hilfe und nicht mehr wegzudenken! Fotos von sich mag sie allerdings nicht, und so halte ich mich an ihren Wunsch. Marcia, die die Sorge um „Ohrbär“ mitbekommen hat, wird nervös. Langer Rede, kurzer Sinn: wieder ein Leben gerettet. „Ohrbär“, jetzt „Simba“ hat ein neues Zuhause!

Marcia (ganz weit hinten und nicht zu erkennen?) mit „ihrem“ Bär! Da sie aber schon 20 Hunde auf ihrem großen Grundstück hat, verspreche ich ihr, mir große Mühe zu geben, für den Riesen ein neues Zuhause in Deutschland zu suchen, was ich hiermit tun möchte. Sein Ohr ist operiert und kastriert ist er auch schon. Interessenten melden sich bitte bei mir 0170-3169419


Dr. Ana Monteiro mit der Tochter Paloma von Marcia, die uns fleißig hilft.


Da kann man sich für „Simba“ doch nur freuen!

Weniger erfreulich ist unsere letzte Tat für heute. Unter den 11 Neuzugängen ist ein schwarzer Schäferhund mit deutlich tumorösen Entartungen am Unterkiefer. Wir haben erst spät am Abend Zeit, ihn uns näher anzuschauen. Sein Unterkiefer ist komplett entartet. Ein Stückchen Wurst kann er nur unzerkaut herunterschlucken. Es tut ihm offensichtlich sehr weh. Seine Hinterbeine sind geschwollen und lassen den Verdacht zu, dass auch dort Tumore zu finden sind. Er besteht nur noch aus Haut und Knochen. Obwohl wir müde sind und auf „so was“ keine Lust haben, wird der Kerl schmerzlos erlöst. Was soll er in dem fremden Käfig noch eine Nacht länger auf seine Euthanasie warten? Dann lieber gleich. Was uns an solchen Bildern wütend macht, ist die Verantwortungslosigkeit gegenüber Tieren. Niemand schien Notiz davon zu nehmen, dass dieser Hund entsetzlich leidet! Schrecklich.

Was für ein Sch***tag!

Als er für immer schläft, können wir gewaltsam seine Kiefer auseinanderdrücken. Erst jetzt zeigt sich das komplette Ausmaß seiner Qualen.

  • Katzen: 10 | 28
  • Kater: 0 | 4
  • Rüden: 4 | 29
  • Hündinnen: 15 | 113
  • Andere OP`s: 0 | 13
  • Insgesamt: 29 | 174 + 13
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